♦ Kreativität & Inspiration ♦


Kreativität ist ein menschlicher Reflex.

Smudo  (Fantastische Vier)


✐ Wo nimmst du bloß deine ganzen Ideen her?

Das werde ich immer wieder gefragt. Eine bestimmte Antwort darauf habe ich nicht.

Die Ideen zu meinen Geschichten stammen aus den unterschiedlichsten Quellen. Oft ist es ein Name, der mich irgendwo anspringt und dann Bilder in meinen Kopf zaubert. Das inspiriert mich dazu, mir Gedanken zu dieser Figur zu machen und sie mir vorzustellen.

 

Wie könnte die Figur aussehen?

In welchem Umfeld könnte sie leben?

Was ist so besonders an ihr, dass gerade diese Figur es wert ist, eine Geschichte über sie zu erzählen?

 

Ein bestimmter Name war z.B. der Auslöser zu mehreren Geschichten und ebenso zu einer brandneuen Romanfigur, deren Erlebnisse ich gerade plotte.

Eine etwas ältere Romanfigur hat mein Mann vor vielen Jahren erfunden, als er nach einer Ablenkung suchte, um unserer damals 2jährigen Tochter in der Badewanne die Haare zu waschen. Diese Figur spukte mir jahrelang im Kopf herum, bis ich sie endlich in einem Roman ihre Abenteuer erleben ließ.

 

Ich liebe Bücher und alles, was mit Papier zu tun hat. Ich mag das Geräusch, wenn es raschelt und knistert. Vielleicht arbeite ich deshalb in einer Behörde mit vielen Akten zusammen. Und diese Papierleidenschaft brachte mich irgendwann auf die Idee eines weiteren Romans, in dem Papierfiguren zum Leben erwachen. Diese Geschichte war ein Glücksfall für mich, denn sie hat meiner Agentin so gut gefallen, dass sie mich unter Vertrag genommen hat.

 

Überhaupt ist es oft das Spiel mit Worten und Begriffen, mit Bildern und Stimmungen, die beim Schreiben sehr wichtig für mich sind.

Ich denke eigentlich ständig und überall, wo ich gehe und stehe, darüber nach, denn die Geschichten liegen im Büro auf meinem Schreibtisch, dröhnen aus dem Telefon, warten auf der Straße oder im fahrenden Bus auf mich oder sie blubbern mir aus dem Radio oder dem Fernsehen entgegen. Die einzige Regel beim Schreiben von Geschichten ist die, dass es keine Regel gibt. Alles kann passieren, immer und jederzeit.

 

Viele Ideen springen mich einfach so an. Dann begrüße ich sie freudig und erwartungsvoll und beschäftige mich für eine Weile mit ihnen. Die meisten davon verwerfe ich wieder, aber aus manchen entstehen Geschichten. Kleine Geschichten oder auch große, für ein Bilderbuch oder ein Vorlesebuch oder sogar für einen ganzen Roman. Und sehr oft kommen Tiere in meinen Geschichten vor, denn ich liebe Tiere.

 

Wenn meine Ideen dann endlich zu Geschichten werden und die Geschichten schließlich zu Manuskripten, dann erst beginnt der harte Teil der Arbeit. Denn dann muss ich meine Agentin und später einen Verlag davon überzeugen. Und während ich im ständig überfüllten Autoren-Wartezimmer sitze und auf Zusagen der Verlage hoffe, sammle ich eben weitere Ideen und schreibe Geschichten und Manuskripte.

 

Warum? Ich weiß nicht genau, aber ich glaube, ich kann einfach nicht anders.